Donald Trumps Luxusanwesen Mar-a-Lago in Florida macht immer wieder Schlagzeilen. Vor Kurzem wurde etwa der Hubschrauberlandeplatz des Ex-Präsidenten auf dem Gelände des Privatklubs abgerissen. Der Heliport war erst vor vier Jahren gebaut worden, doch da Trump nicht länger Präsident der Vereinigten Staaten ist, muss er nun auf einige Annehmlichkeiten verzichten. Lesen Sie hier, was passiert ist...
Der 2017 errichtete Hubschrauberlandeplatz war lediglich für den „Marine One“, den Helikopter mit dem amtierenden Präsidenten an Bord, gedacht. In Palm Beach ist es den Anwohnern normalerweise nicht erlaubt, mit einem Hubschrauber anzureisen. Nur für das Weiße Haus wurde vorübergehend eine Ausnahme gemacht, die für Trump nun aber nicht mehr gilt. Im April und Dezember 2017 soll laut den „Palm Beach Daily News“ aber auch ein Hubschrauber mit dem Trump-Logo vor dem Mar-a-Lago gelandet sein.
Der Stadtrat von Palm Beach hat sich inzwischen mit dem Fall befasst und den Wohnsitz des Ex-Präsidenten Berichten zufolge ohne Einwände abgesegnet. Trump, der bereits in der Vergangenheit mehrmals rechtliche Schritte gegen die Stadt eingeleitet hatte, ließ sich so schnell nicht einschüchtern. In der Vereinbarung zwischen der Stadt und Trumps Privatklub von 1993 habe es dem Stadtrat zufolge keine Klauseln gegeben, die gegen Trumps dauerhaften Wohnsitz sprächen.
So sieht Trumps unbekannte 49-Millionen-Dollar-Villa von innen aus
Viele Jahre bevor Trump das Mar-a-Lago kaufte, gehörte die prächtige Villa der wohlhabenden amerikanischen Kunstsammlerin Marjorie Merriweather Post, die den Bau in den 1920er-Jahren beauftragt hatte. Kurz vor ihrem Tod 1975 vermachte die Milliardärin ihr Traumhaus der Nation als „Weißes Haus für den Winter“. Zu hohe Instandhaltungskosten veranlassten US-Präsident Jimmy Carter 1981 allerdings dazu, die Immobilie der Eigentümerfamilie zurückzugeben. Daraufhin stand das schicke Anwesen für 20 Millionen Dollar zum Verkauf – in einigen Berichten ist von 25 Millionen Dollar die Rede –, nur ein Käufer fand sich zunächst nicht. Der Prunkvilla drohte der Abriss.
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Als das Trump-Imperium Anfang der 1990er-Jahre in finanzielle Schwierigkeiten geriet, fand Donald Trump einen Weg, mit dem sanierungsbedürftigen Luxusanwesen Geld zu verdienen – indem er daraus einen Privatklub machte. Um die Stadt Palm Beach auf seine Seite zu holen und eine Genehmigung für seinen Plan zu bekommen, versprach Trump laut der „Palm Beach Post“ das Mar-a-Lago zu sanieren. Dadurch konnte er auch eine erhebliche Steuervergünstigung beantragen.
Trump stellte seinen Privatklub als offen für jeden dar, der sich die Mitgliedschaft leisten kann – ganz im Gegensatz zu den beiden anderen Privatklubs in Palm Beach, die damals Afroamerikanern, Juden und sexuell anders Denkenden den Beitritt verweigerten. Zwar wurde Trump für seinen integrativen Ansatz gelobt, doch böse Zungen sagten dem Unternehmer Geldgier und Wohlwollen mit den Behörden nach. Die Stadt genehmigte den Klub schließlich.
Für die Sanierung seiner Luxusimmobilie gab Trump Millionen aus. Er erweiterte das Anwesen unter anderem um zwei Swimmingpools, einen Schönheitssalon und ein Spa. Das meiste Geld floss allerdings in den neuen knapp 2.000 Quadratmeter großen Ballsaal. Trump soll sieben Millionen Dollar (5,8 Mio. Euro) für die Vergoldung des herrschaftlichen Raums ausgegeben haben sowie je 100.000 Dollar (83.000 Euro) für die goldenen Waschbecken in den Badezimmern.
Das sogenannte „Baby House“ im Mar-a-Lago erinnert mit seinem rosafarbenen Himmelbett, den künstlichen Rosen aus Gips um den Kamin und den zahlreichen Golddetails an ein „Dornröschen“-Schloss. Es war das Kinderzimmer von Eigentümerin Posts Tochter Dina Merrill, zu deren Schutz die Millionenerbin Eisengitter vor den Fenstern einbauen ließ und Wachen an der Tür abstellte (Auslöser war die Lindbergh-Entführung 1932). Später diente es als Gästezimmer und als Trump das Anwesen kaufte, soll seine Tochter Ivanka hin und weg von dem Mädchentraum in Pink gewesen sein. Heute übernachtet sie allerdings lieber im Banyan Bungalow.
Trump sanierte die riesige Villa zwar und erweiterte sie von 118 auf 126 Zimmer, doch versteigerte er einige der Antiquitäten des Mar-a-Lago und ersetzte sie durch günstigere Kopien. Unter den Möbelstücken, von denen sich Trump trennte, waren ein mit Juwelen besetzter Marmoresstisch, ein alter spanischer Teppich sowie Truhen von Ludwig XIV. und venezianische Gläser im Wert von 1.000 Dollar pro Stück.
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In seinem Buch „Mar-a-Lago: Inside the Gates of Power at Donald Trump's Presidential Palace“ berichtet Autor Laurence Leamer von einem Zwischenfall zwischen Trump und seinem französischen Chefkoch Bernard Goupy im Jahr 2000. Demnach war Sängerin Céline Dion (rechts neben Trump im Bild, links: Melania Trump und Dions Ehemann René Angélil), die im Klub ihre Babyparty veranstaltete und häufiger zu Gast war, ein großer Fan des Spitzenkochs. Trump allerdings soll eines Tages genug von Goupys Spezialität, Caesar Salad, gehabt haben und feuerte den Koch. Dieser arbeitete daraufhin für Dion weiter, die den Salat in „Trump Salad“ umbenannte.
2017 veröffentlichte die Nachrichtenagentur „Associated Press“ eine Recherche, nach der das Mar-a-Lago innerhalb von drei Jahren 78 Mal gegen Gesundheitsauflagen verstoßen haben soll. Gesundheitsinspektoren wiesen demnach auf eine Reihe von Problemen hin, unter anderem, dass Köche ihre Hände nicht gewaschen hätten, auf schmutzige Schneidebretter und Schimmel an der Eismaschine. Der Recherche zufolge sollen auch Fleisch und Meeresfrüchte serviert worden sein, die nicht ordnungsgemäß gekühlt waren.
Nach seiner Wahl zum US-Präsidenten verdoppelte Trump die Beitrittsgebühr zu seinem Privatklub von 100.000 auf 200.000 Dollar (83.000-166.000 Euro), woraufhin Vorwürfe gegen den Mar-a-Lago-Eigentümer laut wurden. Berichten zufolge soll die Gebühr, die nach der Eröffnung des Klubs in den 1990er-Jahren noch bei 50.000 Dollar lag, inzwischen 250.000 Dollar (208.000 Euro) betragen. Mitglieder müssen außerdem einen jährlichen Mitgliedsbeitrag von 14.000 Dollar (11.600 Euro) zahlen und mindestens 2.000 Dollar (1.700 Euro) pro Jahr für Speisen ausgeben.
Während seiner Präsidentschaft besuchte Trump sein Anwesen in Palm Beach 32 Mal und verbrachte dort insgesamt 142 Tage. Im Mar-a-Lago fanden wichtige Regierungstreffen statt und Politiker aus aller Welt waren zu Gast, darunter Chinas Staatspräsident Xi Jinping und Japans Premierminister Shinzo Abe. Die Reisen des Präsidenten nach Florida waren jedoch nicht billig: Allein vier Aufenthalte kosteten den Steuerzahler 13,6 Millionen Dollar (11,3 Mio. Euro), was 3,4 Millionen Dollar (2,8 Mio. Euro) pro Trip entspricht.
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Der hier von außen gezeigte Privatflügel der Trumps besteht aus dem bereits erwähnten „Versailles-Zimmer“, einem weiteren Schlafzimmer, der „Pine Hall“, dem „Ludwig-XV-Saal“ sowie mehreren Wohn-, Bade- und Arbeitszimmern. Den Umzug der Familie vom Weißen Haus nach Mar-a-Lago bereitete Melania Trump nicht nur mit der Suche nach einer Schule für Sohn Barron und der Einrichtung ihres Arbeitszimmers vor, sondern auch mit der Renovierung und Erweiterung der Privaträume. Dabei soll sich die ehemalige First Lady für viel dunkles Holz und weißen Marmor entschieden haben.
Bei der Renovierung arbeitete Melania Trump mit ihrer Lieblings-Innenarchitektin Tham Kannalikham zusammen, verließ sich für die Einrichtung einiger Räume aber ganz auf ihren eigenen Geschmack. Laut einem CNN-Bericht soll Donald Trump an die Decke gegangen sein, als er das Resultat zum ersten Mal sah. Angeblich ordnete er sofort an, das dunkle Holz und den Marmor zu entfernen. So sah das Schlafzimmer in den 1990er-Jahren aus.
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