Darum hält Donald Trump Ziegen auf seinem Golfplatz
Trumps umstrittene Geschäfte in New Jersey

Donald Trump wohnt zwar hauptsächlich in seinem Privatklub Mar-a-Lago in Florida, den Sommer wird er aber voraussichtlich wieder in seinem Golfklub in New Jersey verbringen, wenn es in Florida besonders heiß ist und häufig Hurrikans wüten. Was aber wissen wir über den Zweitwohnsitz des ehemaligen US-Präsidenten an der US-Ostküste? Die Nobelresidenz mit Golfanlage im wohlhabenden Ort Bedminster, die Trump 2002 für 35 Millionen Dollar gekauft haben soll, birgt einige Geheimnisse, von Steuerschlupflöchern bis hin zu Geheimdienstskandalen...
Darum hält Trump Ziegen

Trump hat schon immer Wege gefunden, seine Geschäftskosten zu senken, einschließlich der zu zahlenden Steuern. Doch die Steuervergünstigung, die er für sein Anwesen in New Jersey erhält, basiert auf einer besonders einfallsreichen Idee. Wie aus Steuerunterlagen von 2017 hervorgeht, ist Trumps Golfklub zu Steuerzwecken in zwei Teile aufgeteilt: den rund 100 Hektar großen Golfplatz und eine knapp 50 Hektar große Farm mit Ziegen. Laut einem Bericht des Magazins „Business Insider“ soll Trump 2020 nur 700 Dollar (630 Euro) an Grundsteuer für den Farmteil seines Golfklubs gezahlt haben, da dieser offiziell als Bauernhof registriert ist. Dazu zahlte er laut Steuerunterlagen, die der Plattform Insider vorliegen, 400.000 Dollar (360.000 Euro) an Steuern für die Golfanlage, die den Behörden zufolge 29 Millionen Dollar (26,3 Mio. Euro) wert ist.
Steuerermäßigung

Laut „Business Insider“ müsste Trump, wenn die Farm genauso besteuert würde wie der Golfplatz, etwa 199.000 Dollar (180.000 Euro) mehr pro Jahr zahlen – ein enormer Unterschied also. Um die Steuererleichterung zu erhalten, die der US-Staat New Jersey ursprünglich für Landwirte eingeführt hatte, müssen Grundbesitzer mindestens zwei Hektar landwirtschaftlicher Tätigkeit widmen und „bestimmte Mindesteinkommensanforderungen auf der Grundlage der Produktivität“ erfüllen. 2019 berichtete die „Huffington Post“, dass Trump acht Ziegen besitze und 45 Hektar Heu auf seinem Golfanwesen bewirtschafte, so dass er die Ermäßigung in Anspruch nehmen könne.
Trump, der Ziegenhirte?

Auch das „Wall Street Journal“ berichtete 2016, dass der Klub „Ziegen beherbergt“ und diese „ständig auf dem Gelände bewegt werden, um invasive, nicht-heimische Vegetation zu entfernen“. Der „Huffington Post“ zufolge wird die Steuererleichterung von landwirtschaftlichen Betrieben in der Gegend „relativ häufig“ in Anspruch genommen. Trump soll nicht der einzige Prominente sein, der von dem Gesetz profitiert. Das Wirtschaftsmagazin „Forbes“ berichtete 2016, dass auch Schauspieler Tom Cruise und andere Hollywoodstars von ähnlichen Steuerschlupflöchern in Colorado profitiert haben sollen.
Unterstützung durch Landwirte

Sollte der Ex-Präsident seinen Golfklub seit dessen Eröffnung 2004 offiziell als Farm genutzt haben, hätte er bis heute Millionen von Euro an Steuern gespart. In vielen US-Bundesstaaten wird Trump von Landwirten und der Landbevölkerung traditionell unterstützt. Das Magazin „Farmers Weekly“ berichtete 2020, dass es vor der Präsidentschaftswahl, aus der der Demokrat Joe Biden als Sieger hervorging, Bedenken gegeben habe, „dass eine demokratische Präsidentschaft zu höheren Steuern und strengeren Umweltvorschriften für Landwirte führen könnte“. Umfragen in der Branche hätten demnach darauf hingedeutet, dass 2020 mehr Landwirte für Trump stimmen wollten als noch 2016.
Laufende Ermittlungen wegen Steuervergehen

Trumps Golfklub in New Jersey wäre nicht der einzige Ort, an dem der Immobilienmagnat offenbar Wege gefunden hat, um weniger Steuern zu zahlen. Derzeit laufen strafrechtliche Ermittlungen zu den Steuerpraktiken der Trump Organization, die Top-Manager „inoffiziell“ vergütet haben soll, damit diese keine Steuern zahlen müssen. In einem separaten Zivilverfahren untersuchen die New Yorker Behörden derzeit außerdem, ob Trumps Unternehmen den Wert seiner Immobilien, einschließlich des Trump Tower in New York und anderer Golfplätze, zu Steuer- und Versicherungszwecken manipuliert hat, wie aus Gerichtsunterlagen vom 18. Januar 2022 hervorgeht.
Aber es geht nicht nur um Ziegenhaltung und Steuertricks. Erfahren Sie hier mehr über Trumps Luxusanwesen in New Jersey...
Ein Golfplatz wie kein anderer

Sein Luxusanwesen in New Jersey hatte Trump über seine Firma Trump National Golf Club gekauft, mit der er die Immobilie in eine Luxusgolfanlage verwandelte. Der Klub wurde 2004 eröffnet, pünktlich zum US-Nationalfeiertag am 4. Juli. Die Anlage erstreckt sich über 243 Hektar und umfasst das Beste, was die Golfwelt zu bieten hat. Zum 36-Loch-Golfplatz, der von den renommierten Architekten Tom Fazio und Tom Fazio II entworfen wurde, gehören eine 6,5 Hektar große Übungsanlage, ein Indoor-Golfplatz und sogar eine Reitanlage.
Der Luxusklub

Das Gästehaus

Für ihren Aufenthalt in der Anlage stehen den Mitgliedern fünf Luxus-Cottages und elf Hotelsuiten zur Verfügung. 2020 wurden zudem Pläne für den Bau von fünf weiteren Cottages und die Erweiterung eines bestehenden Gebäudes vorgestellt, allerdings ist nicht ganz klar, ob die Genehmigung erteilt wurde. Die Pläne entfachten Spekulationen darüber, ob Trumps Tochter Ivanka mit ihrem Ehemann Jared Kushner nach Bedminster ziehen wolle. Das Anwesen hat für das Paar nämlich eine besondere Bedeutung: 2009 gaben sich die beiden auf dem Gelände das Jawort.
Ein Ort für Trumps politische Geschäfte

Sicherheitsbedenken

Illegale Beschäftigungsverhältnisse?

Als US-Präsident ging Trump besonders hart gegen illegale Einwanderer vor, allerdings soll er laut einem Bericht der „New York Times“ in seinem Klub selbst Arbeiter ohne Papiere eingestellt haben. Beweise dafür, dass Trump oder die Führungskräfte der Trump-Organisation vom Aufenthaltsstatus der Mitarbeiter wussten, gibt es allerdings nicht. „Wenn ein Mitarbeiter falsche Unterlagen vorlegt, um das Gesetz zu umgehen, wird ihm sofort gekündigt“, sagte eine Trump-Sprecherin gegenüber CNN.
Trump stellt Steuerzahlern Personenschutz in Rechnung

Für eine Kontroverse sorgte im Juli 2021 auch die Veröffentlichung der Kosten für den Personenschutz des früheren US-Präsidenten. Demnach berechnete Trump dem Secret Service im Mai fast 10.200 Dollar (8.900 Euro) für die Nutzung der Gästezimmer in seinem Golfklub in New Jersey. Die genaue Rechnung belief sich auf 10.199,52 Dollar für einen 18-tägigen Aufenthalt – das entspricht etwa 566 Dollar (495 Euro) pro Nacht. Der Secret Service veröffentlichte auch Dokumente, darunter ein Formular mit dem Titel "Hotelanfrage", das den Zeitraum vom 28. Mai bis 1. Juli abdeckte, sowie Rechnungen über 3.400 Dollar (3.000 Euro) für Aufenthalte im Januar, Februar und Anfang Mai.
Und das ist nicht das erste Mal...

Und auch für die Unterbringung seines Personenschutzes in seinem Privatklub Mar-a-Lago in Florida soll Trump eine extrem hohe Rechnung ausgestellt haben. Einem Bericht der „Washington Post“ zufolge stellte Trump dem Secret Service dafür mehr als 40.000 Dollar (rund 34.500 Euro) in Rechnung – Kosten, die ebenfalls der Steuerzahler trägt. Ehemalige US-Präsidenten erhalten einen Personenschutz auf Lebenszeit, allerdings war dies das erste Mal, dass der Geheimdienst von einem Ex-Präsidenten zur Zahlung einer so hohen Summe aufgefordert wurde.
Golfklub verliert Championship-Ausrichtung

Nach der gewaltsamen Stürmung seiner Anhänger auf das US-Kapitol im Januar entzog die Golforganisation PGA Trumps Klub in Bedminster die Rechte für die Austragung der Meisterschaft 2022. Ein harter Schlag für Trump, der seinen Golfklub im Laufe der Jahre für zahlreiche Veranstaltungen genutzt hatte. So auch für eine Spendenaktion im Oktober 2020, bei der nur die wenigsten Gäste und Gastgeber einen Mundschutz trugen. Nur wenige Stunden danach wurde Trumps eigene Corona-Erkrankung bekannt gegegeben.
Der zeitweise Umzug vom Mar-a-Lago

Seit seinem Auszug aus dem Weißen Haus ist Trumps schicker Privatklub Mar-a-Lago in Florida sein dauerhafter Wohnsitz. Da die Luxusanlage aber von Mai über die Sommermonate geschlossen ist, wenn in Florida drückend heiße Temperaturen herrschen und die Hurrikangefahr groß ist, wohnt Trump in der Zeit in New Jersey. Berichten zufolge verlegte er dafür dieses Jahr alle seine Geschäfte nach Bedminster. Inzwischen ist er aber wieder zurück im Mar-a-Lago.
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Wo ist Donald Trump aufgewachsen?

Trumps Elternhaus in Queens

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Trumps Elternhaus in Queens

Trumps Einstieg ins Immobiliengeschäft

Nach seiner vormilitärischen Ausbildung an der New York Military Academy und seinen ersten Unijahren in New York zog Trump 1966 nach Philadelphia, um an der Wharton School der University of Pennsylvania Wirtschaftswissenschaften zu studieren. 1968 trat er mit nur 22 Jahren in das Familienunternehmen seines Vaters ein und begann seine Karriere im Immobiliengeschäft. Trump begann, Wohn- und Geschäftshäuser, Hotels und Golfplätze zu entwickeln und baute sich schließlich ein Immobilienimperium im Wert von schätzungsweise 3,1 Milliarden Dollar (2,6 Mrd. Euro) auf.
Die Entstehung des Trump Tower

Das Luxusfoyer

Das Luxus-Penthouse

Der Trump Tower von innen

Die Türen des Trump Tower bleiben für die Öffentlichkeit meistens verschlossen, doch dieses Foto gibt einen seltenen Einblick in die Penthouse-Suite. Die funkelnden Kristallleuchter, Verzierungen aus 24-karätigem Gold und cremefarbenen Teppichböden verdeutlichen Trumps Vorliebe für Luxus. Trumps Sohn Barron soll seine eigene Etage im Penthouse gehabt haben, als die Familie darin dauerhaft wohnte.
Trumps Landhaus in Connecticut

Luxus pur

Ein Haus als Statussymbol

Nach Scheidung: Ivana bekommt die Villa

Die Luxuseinrichtung

Der prächtige Außenbereich

Trump zieht nach Florida

Über Jahre hatte Trump immer wieder versucht, die Prachtvilla Mar-a-Lago in Florida zu kaufen, was ihm 1985 schließlich gelang. Zu einem Schnäppchenpreis von nur acht Millionen Dollar bekam der Milliardär das riesige Anwesen und dessen gesamte Luxuseinrichtung – ein Bruchteil dessen, was der Bau gekostet hatte und was die Immobilie heute wert ist. 2018 schätzte „Forbes“ den Wert des Anwesens auf 160 Millionen Dollar (133 Mio. Euro).
Das Mar-a-Lago von innen

Als sich sein Immobilienimperium Anfang der 1990er-Jahre in finanziellen Schwierigkeiten befand, wandelte Trump das Mar-a-Lago in einen Privatklub um. Er ließ die Villa mit dem Ziel sanieren, daraus durch die Mitgliedsbeiträge eine lukrative Einnahmequelle zu machen. Um eine Genehmigung für die Sanierung von der Stadt Palm Beach zu erhalten, versprach Trump, bei dem Umbau vorsichtig vorzugehen. Er versteigerte allerdings viele der Antiquitäten, mit denen die Villa eingerichtet war, und ersetzte sie durch Kopien, darunter ein mit Juwelen besetzter Marmoresstisch und Truhen von Ludwig XIV.
Trumps vergoldeter Ballsaal für $ 7 Mio.

Das Schlafzimmer von Tochter Ivanka

Der Privatklub

Der Klub beherbergt nicht nur Trumps Privatwohnung, sondern auch die Gemeinschaftsräume für die Klubmitglieder. Dazu zählen unter anderem zwei Speisesäle, ein Beachklub, ein Schwimmbad mit Spa und die Gästesuiten. 2017 veröffentlichte die Nachrichtenagentur „Associated Press“ eine Recherche, nach der das Mar-a-Lago innerhalb von drei Jahren 78 Mal gegen Gesundheitsauflagen verstoßen haben soll. Die Vorwürfe umfassten etwa schmutzige Schneidebretter, Schimmel an der Eismaschine und nicht ordnungsgemäß gekühlte Meeresfrüchte.
Die teuren Besuche des Präsidenten

Während seiner Präsidentschaft besuchte Trump sein Anwesen in Palm Beach 32 Mal und verbrachte dort insgesamt 142 Tage. Die Reisen des Präsidenten nach Florida waren jedoch nicht billig: Allein 2017 sollen Trumps Aufenthalte den Steuerzahler 13,6 Millionen Dollar (11,3 Mio. Euro) gekostet haben, das entspricht 3,4 Millionen Dollar (2,8 Mio. Euro) pro Trip.
Der Umzug vom Weißen Haus ins Mar-a-Lago

Der Abriss des Heliports

Die unbekannte Trump-Villa in Florida

Das Mar-a-Lago ist nicht die einzige Luxusvilla, die der Familie Trump in Florida gehört. Diese weniger bekannte Immobilie im Sonnenstaat ist Berichten zufolge Eigentum einer Firma, hinter der Trump und seine Familie stecken. Trumps Söhne Eric und Donald Jr. führen demnach die Immobiliengesellschaft 1125 South Ocean, die die Villa 2018 für knapp 18,3 Millionen Dollar (15,3 Mio. Euro) von Trumps Schwester, der pensionierten Richterin Maryanne Trump Berry, gekauft hatte.
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Eine lukrative Einnahmequelle

Melanias Renovierung

Auf Maklerbildern ist die alte Einrichtung zu sehen, bevor Melania Trump die Villa renovieren ließ. Möbel und Deko wirken etwas altmodisch, doch der offene Wohnbereich mit herrlichem Meerblick kommt so schnell nicht aus der Mode. Wie die aktuelle Verkaufsanzeige zeigt, hat der Raum nun hell vertäfelte Wände und ist mit eleganten cremefarbenen Möbeln eingerichtet.
Luxus mit Meerblick

Vermögenswert des Ex-Präsidenten

Trumps New Yorker Landhaus

Trumps New Yorker Landhaus

Trumps New Yorker Landhaus

Ermittlungen um Trumps New Yorker Landhaus

Trumps Golfplätze

Trumps Golfanlage in Schottland

Der rebellische Fischer

Eine von vielen Hürden, die Trump überwinden musste, war der Streit mit dem schottischen Fischer Michael Forbes, der sein Leben lang auf seiner neun Hektar großen Farm in Balmedie gelebt hatte. Forbes weigerte sich, sein Haus an Trump zu verkaufen, das sich mitten auf dem geplanten Golfplatz neben dem zweiten Loch und der anvisierten Hotelanlage befand. Ein Angebot über eine Entschädigung von angeblich 578.000 Dollar (484.000 Euro) und einen Job auf dem Golfplatz mit einem Jahresgehalt von 64.000 Dollar (54.000 Euro) lehnte der Fischer ab.
Weitere Probleme für Trump

Trumps umstrittenes Bauvorhaben stand lange auf der Kippe. 2007 lehnte die zuständige schottische Gemeinde die Pläne ab, nachdem zahlreiche Anwohner und Umweltaktivisten auf die Barrikaden gegangen waren. Doch 2008 kippte die schottische Regierung die Entscheidung und genehmigte den Golfplatz in dem Naturschutzgebiet schließlich.
Das Luxusgolfhotel

Trumps Weingut in Virginia

Ein weiteres Trump-Unternehmen

Virginias größter Weinberg

Das weitläufige Anwesen umfasst gepflegte englische Gärten, mehrere Fischteiche, ein Schwimmbecken mit Whirlpool und eine riesige Terrasse, ganz zu schweigen vom größten Weinberg in Virginia. Das Weingut zählt ohne Zweifel zu den prächtigsten Immobilien, die Trumps Imperium zu bieten hat.
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